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Natrum muriaticum PDF Print E-mail

essenzen_homoopathischer_160The following is a full copy of Natrum Muriaticum contained in Essenzen Homöopathischer Arzneimittel.

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NATRIUM MURIATICUM

Das Hauptcharakteristikum, das dem Natrium-mur.-Bild zugrunde liegt, ist die Introvertiertheit, die aus einer großen Verletzlichkeit auf der gefühlsmäßigen Ebene entspringt. Natrium.-mur.-Patienten sind sehr sensibel; sie fühlen den Schmerz der anderen und spüren, daß jede Form von Zurückweisung, Spott, Demütigung oder Kummer für sie selbst unerträglich wäre. Aus diesem Grunde bauen sie eine Schutzmauer um sich auf, schließen sich in ihrer eigenen Welt ein und ziehen es vor, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln. Sie vermeiden es,verletzt zu werden, koste es, was es wolle.

Menschen, die für ein Natrium-mur.-Krankheitsbild anfällig sind, sind vom Gefühl her sehr empfindlich und verletzlich, aber sehr klar und stark auf der geistigen und körperlichen Ebene. Geistig entwickeln sie einen hohen Grad an Objektivität und Bewußtsein wie auch einen starken Sinn für Verantwortung. Aus diesem Grund fällt ihnen oft die Rolle desjenigen zu, der sein Ohr mitfühlend anderen leiht, die in Not sind. Durch ihre Sensibilität und ihr Verantwortungsbewußtsein gelangen sie oft in beratende Rollen als Psychotherapeuten, als Seelsorger usw.. Während sie mitfühlend den Sorgen der anderen zuhören, behalten sie selbst ihre Objektivität und erscheinen sehr stark. Sie nehmen jedoch innerlich den Schmerz des anderen auf und beschäftigen sich später damit; sie stellen besonders die Fragen: "Wie würde ich in einer solchen Situation reagieren ? Würde ich es ertragen können ?"

Ihr ganzes Leben hindurch werden Menschen mit Natrium-mur.-Tendenzen tief durch alle Lebensumstände beeinflußt und sind auf diese Weise in ihrem Bewußtsein und Verständnis ihrem Alter voraus. Sie sind stark, mögen die Herausforderung, selbst wenn sie ein gefühlsmäßiges Risiko beinhaltet. Zuerst freuen sie sich über Gesellschaft und der emotionale Kontakt mit anderen tut ihnen gut. Sie genießen die Zuneigung anderer, sie erwarten und fordern sie innerlich sogar, obwohl sie selbst nicht leicht ihre Zuneigung zum Ausdruck bringen. Sie sind so empfindlich, daß sie sich durch die kleinste Bemerkung, die kleinste Geste verletzt fühlen, die vielleicht Zurückweisung oder Spott beinhalten könnte. Natrium-mur.-Heranwachsende z.B. verabreden sich nicht gerne zu einem Rendezvous, aus Angst zurückgewiesen zu werden. Selbst eingebildete Kränkungen können Leiden hervorrufen. Nachdem sie mehrere Male verletzt wurden, lernen sie, vorsichtiger zu sein. Sie werden es sich zweimal überlegen, ehe sie sich auf eine emotionale Erfahrung einlassen. Sie wenden sich introvertierten Beschäftigungen zu, die emotional "sicher" sind, wie z.B. Lesen (meist Romane oder Lektüre, die von praktischem Wert in zwischenmenschlichen Beziehungen ist), Musik ,oder sie hängen Phantasien nach.

Sie können sich in ihrer Isolation ganz wohl fühlen. Sie neigen zu Verschlossenheit und wollen ihre Probleme selbst lösen, ohne auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Allmählich gelangen sie an einen Punkt, an dem sie keinen Kontakt mehr mit der Welt draußen braubhen. Wenn jemand in ihre private, in sich gekehrte Welt eindringt, können sie ärgerlich reagieren. Ihr vordringlichstes Bestreben im Leben wird es, "nicht zu verletzen und nicht verletzt zu werden".

Jemandem Schmerzen zuzufügen, würde das Ende der Welt für sie bedeuten; egal ob es sie selbst trifft oder andere. Sie sind vollkommen unfähig, anderen wissentlich Schmerzen zu bereiten. Aus diesem Grund entwickeln sie sich zu sehr ernsten Menschen. Sie machen keine Witze, die jemanden vielleicht aus Versehen verletzen könnten. Anderen mögen sie kalt und zu sachlich erscheinen, weil sie so darauf bedacht sind, ihre eigene emotionale Verletzlichkeit zu verbergen bzw. andere nicht zu verletzen. Zusammen mit dem starken Verantwortungsbewußtsein von Natrium mur. führt dies dazu, daß Schuldgefühle eine große Rolle im Leben dieser Menschen spielen.

Vom Körperbau her sind Kinder mit Natrium-mur.-Tendenzen eher zart und dünn. Man sieht oft eine feine,genau horizontal verlaufende Linie, die das Unterlid in zwei Teile teilt. Diese Linie tritt im allgemeinen bei jungen Mädchen mit hysterischen Persönlichkeitszügen auf; weitere Mittel, die diese Linie haben, sind u.a. Asa foetida, Lilium tigrinum, Moschus. Zusätzlich beobachtet man manchmal einen Riß in der Unterlippe.

Das Natrium -mur.-Kind reagiert sehr empfindlich auf Spannungen. Wenn die Eltern miteinander streiten, leidet es; es wird vielleicht sogar körperlich krank.

Wir haben meist sehr brave Kinder vor uns; es ist nicht nötig, sie schwer zu be-strafen, ein einziger mißbilligender Blick genügt.

Die hysterische Tendenz bei Natrium-mur.-Kindern wird leicht sichtbar, wenn sie streng getadelt werden. Dann reagieren sie extrem, werfen sich zu Boden, treten und schreien. Trost oder Beruhigung sind sinnlos und verschlimmern die Sache nur; der Anfall dauert solange, bis sie selbst beschließen aufzuhören.

Später mit fortschreitendem Alter, zeigt sich die Neigung zur Hysterie auf andere Art. Normalerweise bringen Natrium-mur.-Patienten ihre Gefühle nicht direkt zum Ausdruck. Zum Beispiel weinen sie nicht leicht, wenn ein Kummer an ihnen nagt. Sie können sehr ernst in ihrem Benehmen sein. Wenn sie dagegen nervös und gestreßt sind, neigen sie dazu, über ernste Dinge zu lachen, hysterisch zu kichern. Gerät dieses Kichern außer Kontrolle, löst es sich in hysterischem Weinen auf.

Heranwachsende dieses Typs sind wahrscheinlich ruhig und zurückgezogen aber mit Verantwortungsbewußtsein und Integrität. Auf einer Party sitzen sie eher am Rand und haben Gefallen daran, den anderen zuzuschauen; sie stellen sich vor, was die anderen eben erleben. Wenn sie sich zu jemandem hingezogen fühlen, flirten sie nicht mit ihm oder sind besonders freundlich zu ihm. Sie tun, als würden sie ihn gar nicht beachten und beobachten ihn nur aus den Augenwinkeln. Sie malen sich gerne aus, der andere sei genauso von ihnen angezogen, und es kann passieren, daß sie die ganze Situation auf romantische Art und Weise völlig übersteigert sehen. Deshalb stellt Kent fest, daß sich ein junges Natrium-mur.-Mädchen leicht in einen verheirateten oder sonstwie unerreichbaren Mann verliebt. Das führt dann zu großem Schmerz und Kummer und endet in noch größerer Introversion.

Sie entwickeln intensive emotionale Zuneigung zu anderen, aber sie zeigen ihre Gefühle nicht. Eine Tochter hegt vielleicht tiefe Gefühle für ihren Vater, ohne daß es jemand merkt. Dann stirbt der Vater. Die Tochter trauert still, schließt sich in ihrem Zimmer ein und weint in ihr Kopfkissen. Zur Überraschung aller, die nicht gemerkt heben, wie tief sie ihrem Vater zugetan war, zieht sie sich mehr und mehr in sich selbst zurück und will mit ihren Büchern und ihrer Musik allein sein. Kein Weinen und Klagen vor anderen, vielleicht manchmal ein Seufzen. Dieser Zustand hält an, bis sie schließlich zusammenbricht. Dann kommt es zu unkontrolliertem hysterischen Schluchzen, es schüttelt ihren ganzen Körper, er krampft und zuckt. Ein solcher Ausbruch dauert normalerweise nur kurze Zeit, sie gewinnt Kontrolle und Fassung schnell wieder zurück.

Das erste pathologische Stadium bei Natrium-mur. zeigt sich auf der körperlichen Ebene - Gastritis, Arthritis, Migräne, Krebs, Herpes auf der Unterlipppe. Wie zu erwarten, tauchen solche Zustände wahrscheinlich nach einer Periode des In-sich-Gekehrtseins auf, die einem schweren Kummer oder einer schweren Demütigung folgte.

Oder der Patient reagiert hysterisch auf jeden Umwelteinfluß - er wird empfindlich gegen Licht, Geräusche, Zigarettenrauch usw.. Bei solchen Patienten treten häufig Allergien und Ekzeme auf.

Auch neurologische Störungen treten bei Natrium mur. häufig auf. Zum Beispiel Neuralgien des linken Auges oder der linken Intercostalnerven. Auch Multiple Sklerose spricht auf Natrium mur. an, natürlich nur, wenn die Gesamtheit der Symptome paßt. Herzerkrankungen sind bekannt, aber sie pflegen sich eher als Arrhythmien oder als Herzklopfen zu äußern - eine Wirkung des Nervensystems auf das Herz.

Einige der bekanntesten Schlüsselsymptome finden sich in den frühesten Phasen des Natrium-mur.-Krankheitsverlaufs. Der Patient hat starkes Verlangen nach Salz, Abneigung gegen schleimige Speisen und Fett sowie gegen Hühnerfleisch. Charakteristischerweise besteht Unverträglichkeit von Hitze, Empfindlichkeit gegen Licht und Verschlimmerung (besonders der Kopfschmerzen und der Haut) durch die Sonne. Das trifft in verschiedenem Ausmaße für alle Natriumsalze zu, ist aber bei Natrium mur. mehr oder weniger gleich stark ausgeprägt. Sonne und Licht verschlimmern Natrium sulfuricum stärker als Natrium muriaticum; am schlechtesten verträgt Natrium carbonicum die Sonne. Der Natrium-mur.-Patient kann sowohl gegen Hitze als auch gegen Kälte empfindlich sein, meist jedoch reagiert er auf Hitze stärker. Er ist weniger hitzeempfindlich als Natrium sulfuricum und weniger kälteempfindlich als Natrium carbonicum.

Ein charakteristisches Symptom von Natrium mur. ist die Unfähigkeit, in Gegenwart anderer zu urinieren oder Stuhl abzusetzen. Sie entspringt der Furcht, sich lächerlich zu machen und führt zu einer anhaltenden Spannung der Sphinktermuskulatur, die sich nur beim Alleinsein löst.

Wenn die emotionale Verletzlichkeit zunehmend pathologisch wird, reagiert der Patient depressiv. In dieser Depression ist er untröstbar und neigt sogar zum Selbstmord. Nehmen wir zum Beispiel an, ein junger Mann hat eine schwere Zurückweisung oder einen schweren Kummer erlitten; er zieht sich in sein Zimmer zurück und stellt die traurigste Musik an, die er finden kann. Die Musik ist nicht geeignet, die Stimmung zu heben, eher verschlimmert sie alles. Er schwelgt in Depressionen. Wenn irgendetwas schiefgegangen ist, übertreibt er alles maßlos. Er läßt sich nicht helfen, versucht, sein Problem allein zu lösen. Wenn schließlich die Depression langsam verschwindet, gewinnt er wieder eine realistischere Lebenseinstellung. Zu diesem Zeitpunkt wird ihm Musik helfen, die Reste seiner Depression zu überwinden. Das heißt, ob Musik bei Natrium mur. verschlimmert oder zur Besserung beiträgt, hängt von den Umständen ab; möglich ist beides.

Diese Depression ist eine Art von hysterischer Reaktion. Normalerweise bleibt der Natrium-mur.-Patient solange objektiv, wie er seine Gefühle unter Kontrolle hat; bricht die Kontrolle im Gefühlsbereich jedoch zusammen, wird der Patient irrational und die Gefühle übernehmen das Steuer.

Wenn die Krankheit über das Stadium der Depression hinausschreitet, kommt es zu periodisch auftretenden körperlichen Symptomen und zu Stimmungsschwankungen.

Körperliche Symptome treten in bestimmten Intervallen und zu bestimmten Zeiten auf. Deshalb ist Natrium mur. oft bei Patienten indiziert, die früher einmal an Malaria erkrankt waren, oder bei denen die Einnahme von Chinin zu negativen Auswirkungen geführt hat; es kann auch bei Patienten von Nutzen sein, in deren Familie Malaria vorkam. Die bei Natrium mur. häufig anzutreffenden Migräneanfälle treten oft zu bestimmten Zeiten auf, normalerweise zwischen 10 Uhr und 15 Uhr. Asthmaanfälle treten häufig ebenfalls zwischen 17 Uhr und 19 Uhr auf.

Die Stimmung schwankt zwischen unverständlicher Depression und nicht einsehbarer Heiterkeit. Wenn die Objektivität des Patienten beeinträchtigt ist, spielt sich auf der emotionalen Ebene alles in Extremen ab. In diesem Stadium können manche charakteristische körperliche Symptome allmählich verschwinden. Wenn die Krankheit tiefere Schichten erreicht, kann es sein daß das Verlangen nach Salz, die Abneigung gegen schleimige Speisen, die Verschlimmerung durch die Sonne nicht mehr länger vorhanden sind. Das Verschwinden dieser Züge ist dem Tieferschreiten der Krankheit direkt proportional. Der Homöopath muß oft nach solchen Symptomen nicht nur in der Gegenwart,sondern auch in der Vergangenheit forschen.

Wenn die Krankheit die emotionale Ebene erreicht hat, entwickelt sich als erste Furcht die Klaustrophobie. In frühen Stadien erfreuen sich Natrium-mur.-Patienten noch ziemlicher emotionaler Freiheit und ärgern sich über jede Einengung durch andere. Später verschließen sie sich, bedingt durch ihre eigene Verletzlichkeit. Wenn sie von außen die gleiche Einengung erfahren (zum Beispiel durch geschlossene Räume), die sie sich innerlich selbst auferlegen, bekommen sie Angst.

Zusammen mit der Klaustrophobie kommt es zu Verhärtungsprozessen auf der emotionalen Ebene. Die Patienten entwickeln fixe Ideen; sie teilen alles in gut oder schlecht, richtig oder falsch, praktisch oder unpraktisch ein.

Schließlich steigt eine hypochondrische Angst um die Gesundheit aus dem Inneren auf, eine zwanghafte Aufmerksamkeit, für alles, was die Gesundheit betrifft. Dann brechen auch die zwanghaften Kontrollmechanismen zusammen und der Patient drückt alles offen aus, was er sich vorher nicht zu sagen getraut hatte. Er wird schamlos, exhibitionistisch, führt obszöne Reden.usw...Im Endstadium wird der Patient normalerweise nicht vollkommen verrückt; er verliert seine geistige Kontrolle nicht ganz, aber es kommt zu diesem schamlosen Benehmen.

Natrium muriaticum ist ein so tiefwirkendes Mittel.und in unserem westlichen Kulturkreis so häufig indiziert, daß wir es mit einigen anderen Arzneimitteln vergleichen sollten.

Ignatia steht natürlich Natrium muriaticum am nächsten. In vieler Hinsicht sind sie sogar identisch. Aus diesem Grunde folgen sie einander oft in bestimmten Fällen.Ignatia ist von oberflächlicher Wirkung und ist oft angezeigt, wenn die Reaktionen des Patienten oberflächlicher sind. Natrium muriaticum-Patienten sind stärker, sie können größeren emotionalen Streß und schlimmere Schocks ohne Zusammenbruch erdulden. Bei Ignatia bricht der Patient unter verhältnismäßig geringem Streß zusammen. Außerdem schlägt sich die Krankheit bei Ignatia nicht so leicht auf der körperlichen Ebene nieder. Deshalb ist Ignatia eher angezeigt, wenn sich normale Kummererlebnisse, die das Leben so mit sich bringt, die das Leben so mit sich bringt, auf der emotionalen Ebene auswirken. Natrium muriaticum kommt dagegen mehr bei außergewöhnlichen Belastungen in-frage, die zum körperlichen Zusammenbruch führen.

Häufig fühlt der Ignatia-Patient eine Beengung beim Atmen oder im Hals, besonders nach einem emotionalen Schock. Das charakteristische Seufzen von Ignatia ist ein Versuch dieses Beengungsgefühl zu lindern. Ignatia weint leichter als Natrium muriaticum und weint mit größerer Wahrscheinlichkeit bei der homöopathischen Anamnese als Natrium muriaticum. Nach einem Kummer leidet ein Ignatia-Patient seltener an Schlaflosigkeit als ein Natrium muriaticum-Patient.

Oft, besonders wenn vorwiegend körperliche Symptome vorhanden sind, kann es schwierig sein, einen Natrium-mur.-Fall von einem Phosphor-Fall zu unterscheiden. Vom Äußeren her sind sich beide sehr ähnlich: dünn, sensibel, eventuell hyperthyreot. Das Hauptunterscheidungsmerkmal ist natürlich, ob es sich um eine offene oder um eine verschlossene Persönlichkeit handelt. Der sensible Mensch, der eher zurückhaltend ist, ausweichend reagiert und sich im Sessel zurücklehnt, während er seine Symptome berichtet, braucht wahrscheinlich Natrium mur.. Der Phosphor-Patient hingegen ist offen und verleiht seinen Gefühlen Ausdruck, beugt sioh im Sessel nach vorn und sucht den persönlichen Kontakt mit dem Arzt.

Lilium-tigrinum ist wie Natrium mur. ein hochgradig hysterisches Mittel. Wenn ein Lilium-tigrinum-Patient jedoch abgelehnt wird, reagiert er sofort impulsiv. Ein Natrium-mur.-Patient leidet lange Zeit innerlich, bevor er schließlich mit einer hysterischen Reaktion zusammenbricht. Lilium tigrinum reagiert in einer solchen Situation auch mit größerer Wahrscheinlichkeit bösartig und grausam, während Natrium mur. sich lieber selbst ein Leid zufügt, als anderen Schmerzen zu bereiten.

Moschus ist ein anderes hysterisches Mittel, das aber leicht zu unterscheiden ist. Diese Hysterie soll von der Umgebung beobachtet werden. Der Patient setzt sie ein, um andere zu manipulieren und gefühlsmäßig zu erpressen. Natrium mur. will seine hysterischen Reaktionen lieber so gut es geht verstecken.

Pulsatilla wird manchmal mit Natrium mur. verwechselt. Beide vertragen die Hitze schlecht, werden durch die Sonne verschlimmert und haben eine Abneigung gegen Fett. Pulsatilla jedoch zeigt seine Gefühle und Gemütsbewegungen sehr leicht. Wenn ein Pulsatilla-Patient weint (was oft passiert), handelt es sich um ein süßes, sanftes Weinen, während Natrium mur. in krampfhaftes, laut schluchzendes Heulen ausbricht, das den ganzen Körper schüttelt. Leidende Pulsatilla-Patienten suchen von sich aus die Hilfe anderer und sind von diesen abhängig; Natrium mur. ist selbständiger und zieht es vor, Probleme selbst zu lösen.

Der Lycopodium-Patient stellt äußerlich eine harte Schale zur Schau, da er im Inneren schwach und feige ist. Natrium mur. ist stark, aber emotional verwundbar.

Sepia ist nahe mit Natrium mur. verwandt. Besonders bei Kindern können beide schwer zu unterscheiden sein. Sepia-Kinder sind sehr empfindsam und viel erregbarer als Natrium-mur.-Kinder. In der Erregbarkeit können sie überschießend und hyperaktiv werden. Als Erwachsener scheint der Sepia-Patient durch seine Übererregbarkeit zusammengebrochen zu sein, wird müde, geistig stumpf und apathisch. Natrium mur. fühlt Zuneigung, drückt sie aber nur schwer aus; Sepia hat sie vollkommen verloren. Der Sepia-Patient ist mit größerer Wahrscheinlichkeit bösartig und grausam; er genießt es fast, andere zu verletzen; dies wäre für Natrium mur. undenkbar.